Statement unseres Bürgermeisterkandidaten zu den Themen Wohnen und VVV

1. Juni 2026

In der vergangenen Woche gab es zwei Veranstaltungen in der Alten Weberei, an denen die jeweiligen Kandidaten und die Kandidatin für das Bürgermeisteramt Positionen zu den Themen „Wohnen“ und „VVV-Stadt- und Citymarketing“ vorstellen konnten.

Dies nehme ich zum Anlass, die wesentlichen Punkte meines Programms in diesen Themen für die Stadt Nordhorn darzustellen. Beim Thema Wohnen sehe ich drei zentrale Handlungsfelder:

  1. Als ambitioniertes Ziel sehe ich die Senkung der Herstellungskosten von Wohnraum. Die Prozesse sind zu verschlanken und zu beschleunigen (bis zur Baugenehmigung). Die Ermessensspielräume der Stadt sind „pro Wohnen“ maximal auszunutzen. Die Standards und Qualitäten sind abzusenken, die daraus entstehenden Zielkonflikte sind mit einer eindeutigen Priorisierung zu lösen.
  2. Beim Abwägen zwischen neu zu bebauenden Flächen und der Nachverdichtung im Bestand sehe ich eindeutig die Priorität in der Modernisierung und Ausweitung der Immobilienbestände im Stadtgebiet. Eine weitere Ausweitung der bebauten Flächen an den Stadträndern sollte nur in einem geringen Umfang erfolgen. Die ökologischen und ökonomischen Vorteile bei der Transformation der Altgebäudebestände schätze ich größer ein als die individuellen Nachteile.
  3. Mit der gewo hat die Stadt Nordhorn ein leistungsstarkes Unternehmen. Gleichwohl wird sich die gewo mit ihrem vergleichsweise sehr großen Wohnungsbestand im Schwerpunkt um die Sanierung ihrer Liegenschaften bemühen müssen. Für Neubauprojekte sind eher weniger Ressourcen vorhanden. Ich setze auf eine starke, regionale Bauwirtschaft und private Investoren für den weiteren Ausbau des Wohnungsbestandes. Dafür brauchen wir weniger Bürokratie und nicht noch mehr Vorgaben.

Zudem begrüße ich, dass sich Nordhorn um das IHK-Qualitätszeichen „Ausgezeichneter Wohnort für Fachkräfte“ beworben hat, auch wenn die Zertifizierung schon etwas länger dauert. Die entsprechende Initiative der Industrie- und Handelskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim bewertet Kommunen anhand eines strukturierten Kriterienkatalogs unter anderem in den Bereichen Familienfreundlichkeit, Willkommenskultur, digitale Bürgerservices, Lebensqualität und Fachkräfteintegration.

Fachkräfte entscheiden sich heute nicht nur für einen Arbeitsplatz, sondern für einen Lebensort. Nordhorn hat bereits viele Stärken: eine hohe Lebensqualität, gute Bildungsangebote, eine starke Vereinslandschaft und eine attraktive Lage. Aber wir sollten den Anspruch haben, diese Potenziale noch gezielter sichtbar zu machen und strategisch weiterzuentwickeln.

 

Nordhorn ist eine großartige Stadt, aber wir müssen unsere Stärken noch besser ausspielen und diese stärker nach außen kommunizieren.

Aufgrund meiner beruflichen Laufbahn, in der ich in verschiedenen Städten unterschiedliche Organisationseinheiten geführt habe, betrachte ich den VVV insbesondere betriebswirtschaftlich und sehe im Sinne des Stadtmarketings Verbesserungspotential.

  • Der VVV ist der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Umsetzung und Weiterentwicklung für das Stadt- und Citymarketing; die veranstalteten Events und das Regelangebot (bspw. Bootsfahrten) haben überregionale Strahlkraft, aber:
  • Mit Blick auf die Bilanz und Wirtschaftskraft wird nach meiner Einschätzung der VVV sehr eng geführt.
  • Meine Vorstellung zur weiteren Entwicklung des VVV ist es, den Verein wirtschaftlich zu stärken und die unternehmerischen Entscheidungsspielräume zu stärken. Welche Maßnahmen sehe ich konkret:
    • Die Stadtverwaltung stellt mehr Budgetmittel zur Verfügung, deren Einsatz wirkungsorientiert zu erfolgen hat und die mit entsprechenden Zielvereinbarungen verbunden sind.
    • Es finden jährliche Planungsgespräche zwischen VVV und der Stadtspitze statt, es gibt ein regelmäßiges Reporting und turnusmäßige Abstimmungen (bspw. quartalsweise).
    • Die Aufgabe des Controllings wird nicht mehr extern wahrgenommen, diese zentrale Funktion wird intern übernommen.
    • Zur Diskussion stelle ich auch die bisherige Rechtsform des VVV (e. V.). Hier ist zu prüfen, ob nicht mit einer anderen Rechtsform die Kompetenzen und Entscheidungsprozesse deutlich klarer werden.

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