"Hüsemann soll bei Nordumgehung Farbe bekennen"

CDU-Fraktion: Interessen der Landwirtschaft bei Nordumgehung berücksichtigen
Die Nordhorner CDU-Ratsfraktion ruft dazu auf, die Interessen der Landwirtschaft bei der Umsetzung der Nordumgehung zu berücksichtigen. Nachdem der Antrag der CDU-Fraktion auf Zulassung des landwirtschaftlichen Verkehrs auf der Nordumgehung in den städtischen Gremien bislang keine Mehrheit gefunden hat, appelliert sie nun an Bürgermeister Meinhard Hüsemann, "Farbe zu bekennen".
gn-online von 22.3.08 / tk Nordhorn. Hüsemann sollte sich aus Sicht der CDU dafür einzusetzen, dass auf der geplanten Nordumgehung die Freigabe für den landwirtschaftlichen Verkehr erfolgt. Auch der Landkreis erhebt nach Mitteilung der CDU-Fraktion eine solche Einwendung im Rahmen der Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren zur Nordumgehung.
"Es bleibt für die CDU-Fraktion schleierhaft, wieso die anderen im Rat der Stadt vertretenen Parteien sich dieser Forderung nicht anschließen", wundert sich Andre Mülstegen, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Nordhorner Rat. Und Bernd Brink, Sprecher der CDU im Stadtentwicklungsausschuss, ergänzt: "Die Entwicklung der Stadt Nordhorn in den letzten Jahrzehnten ging immer mit Flächenverbrauch zulasten der Landwirtschaft einher. Die Landwirte haben das immer mitgetragen. Jetzt geht es darum, auch die Interessen der Landwirtschaft an dieser Stelle angemessen zu berücksichtigen." Von daher unterstützt die CDU-Fraktion die Forderung aus der Landwirtschaft, die Nordumgehung für landwirtschaftlichen Verkehr freizugeben.
"Die Landwirtschaft ist und bleibt weiterhin ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt Nordhorn. Auch dieser Wirtschaftszweig braucht gute Bedingungen, damit er sich weiter entwickeln kann", meint etwa CDU-Fraktionsmitglied Reinhold Volken, Vorsitzender des städtischen Wirtschafts- und Tourismusausschusses. Der Bau der Nordumgehung bringe viele Zumutungen für die Bauern mit sich. So würden gute Flächen zerschnitten und für sinnvolle Verwendung entwertet. Durch die Schließung von Straßen erhöhten sich Transportkosten und es müssten zum Teil große Umwege in Kauf genommen werden. Zudem kämen Kosten auf die Landwirte durch die parallel laufenden Flurbereinigungsverfahren zu und auch die Entwicklungsmöglichkeiten einiger Gehöfte würde eingeschränkt.
"Die Nordumgehung wird keine Schnellstraße, da sie sechs Knotenpunkte mit anderen Straßen erhält. Man muss auch feststellen, dass die Kartoffeltransporte aus Nordhorn und der Obergrafschaft nach Emlichheim, die bislang schon durch Nordhorn durchfahren müssen, Geschwindigkeiten von 40 bis 50 Stundenkilometer erreichen und somit kein großartiges Hindernis im Straßenverkehr darstellen", meint Fraktionsmitglied Nils Kramer, Vorsitzender im städtischen Verkehrsausschuss.
Nach Willen der CDU-Fraktion geht es jetzt darum, "die Planung der Nordumgehung mit allen Beteiligten gemeinsam voran zu treiben, damit sie zügig verwirklicht werden kann". Es gelte, "einen vernünftigen Interessenausgleich zu erzielen, von dem dann alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nordhorn profitieren". Bis zum 31. März habe der Bürgermeister noch Zeit, einen entsprechenden Einwand zu formulieren.