Grenzwanderung mit Willeme und CDU Nordhorn-West

grenzweg2Als aktuelle Heimatkunde entwickelte sich eine etwa drei km lange Wanderung des CDU-Stadtverbandes Nordhorn im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Ziel war der Raum zwischen dem Nordhorner Kleingartengebiet am westlichen Ende des Ootmarsumer Weges und den „Sieben Seen“ im benachbarten niederländischen Naturschutzgebiet „Bergvennen“.
Hildegard Schulten; ehemalige Rektorin der Nordhorner Grundschule Blumensiedlung und in dieser Eigenschaft langjährige Kontaktperson ihrer Schule mit der benachbarten niederländischen Willibrod-Schule in Noord-Deurningen sowie Mitglied der von Denekamper und Nordhorner Bürgern zusammen gesetzten Gruppe „Europa 93“, erläuterte zunächst den Teilnehmern während der Begehung des Grenzweges die dort auf der Grenze vorhandenen Grenzsteine Nr. 51 bis 53. Nach ihren Worten sind alle drei aus Bentheimer Sandstein gearbeiteten Grenzsteine aufgrund eines Vertrages von 1824 zwischen den damaligen Königreichen Hannover und der Niederlande damals aufgestellt worden. „Sie sind heute noch mit den Buchstaben H und N und den entsprechenden Nummern ersichtlich“, stellte Schulten fest.
Anschließend gab Hildegard Schulten im Vereinsheim des Kleingartenvereins e.V. einen Überblick über die im Laufe der Jahrzehnte entwickelten menschlichen Beziehungen in der Grenzregion. Sie berichtete von den vielfältigen Grenzkontrollen und den erheblichen zwischenmenschlichen Schwierigkeiten während des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit. Erst nach und nach seien die Grenzkontrollen gelockert worden, die 1995 ganz wegfielen.
Als eine Besonderheit und ein wesentliches Zeichen für eine anbahnende deutsch-niederländische Versöhnung stellte Schulten die im Jahre 1995 von den damaligen Bürgermeistern Friedel Witte von Nordhorn und Frans Willeme aus Denekamp gemeinsam vertretene und praktizierte Vision heraus, die Menschen auf beiden Seiten der Grenze zusammenzuführen.
Versammlungsteilnehmer Frans Willeme, jetziger Bürgermeisterkandidat von Nordhorn, berichtete von den ursprünglichen Schwierigkeiten beiderseits der Grenze, als er erstmals am 8. Mai 1995 an der Nordhorner Gedenkfeier des Kriegsendes im „Schwarzen Garten“ auf Einladung teilgenommen und dort gesprochen habe und er daraufhin mit der Unterstützung von Vertrauten als ersten deutschen Vertreter Friedel Witte zum Gedenktag der Befreiung am 4. Mai 1996 in Denekamp eingeladen habe. „Ein solches wechselseitiges Vorgehen hat seinerzeit großes Aufsehen erregt, wird aber seit Jahren, auch von den jeweiligen Nachfolgern, problemlos praktiziert“, stellt Willeme mit großer Freude fest.
Stadtverbandsvorsitzender Michael Rilke wies abschließend darauf hin, dass diese Wanderung mit heimatkundlichem Hintergrund im Rahmen der vom CDU-Kreisverband gegenwärtig organisierten „Mitmachwoche“ durchgeführt worden sei, ähnlich wie im vergangenen Jahr bei der Besichtigung der Ausgrabungen im Neubaugebiet „Kreuzbree“ im Ortsteil Hestrup und künftig Veranlassung für ähnliche Besichtigungen sein könnte.