CDU: Demografischer Wandel bringt weit reichende Folgen

Diskussionsveranstaltung mit Prof. Dr. Lehr

Über vier Stunden befassten sich auf Einladung des CDU-Stadtverbandes Nordhorn 50 Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung im Kloster Frenswegen mit den Folgen des demografischen Wandels unter dem Motto "Nordhorner Dialog – Nordhorn im Wandel". Zu Beginn der ersten Veranstaltung dieser neuen Themenreihe betonte CDU-Bürgermeisterkandidatin Erika Meier-Schinke, dass der demografische Wandel der Gesellschaft auch für Nordhorn weit reichende Folgen für verschiedene Themenfelder habe. Das gelte besonders für die Schulversorgung, Ausbildungs- und Arbeitsmarktpolitik, Gesundheitsversorgung und Pflegepolitik, Verkehrsplanung und das Wohnen im Alter. Auf der Basis von Modellberechnungen des "Pestel-Institutes" in Hannover zitierte sie, dass sich für Nordhorn bis zum Jahre 2020 kein Bevölkerungsrückgang ergebe wie in vielen anderen Städten. Zwar sei die Zahl der zu erwartenden Geburten rückläufig, aber es werde dagegen mit einem Wanderungsgewinn gerechnet. Dennoch werde die Zusammensetzung der Bevölkerung künftig anders aussehen. Die Zahl der Kinder werde abnehmen, z.B. werden 26 % weniger 11- bis 17-Jährige im Jahr 2020 in Nordhorn leben, die Zahl der über 80-Jährigen wird von 2115 auf 3800 steigen.
Erika Meier-Schinke betonte, dass sich aufgrund des Bevölkerungswandels die Kommunalpolitik vorausschauend mit den künftigen Problemen der Stadtentwicklung befassen und nach Lösungen suchen müsse, die dann in kommunalpolitische Entscheidungen einfließen müssten. Deshalb beschäftige sich die CDU als erste Partei in Nordhorn vorausschauend mit diesem Thema.

Mit Prof. Dr. Ursula Lehr vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg, ehemalige Bundesministerin für Gesundheit und Familie, hatte die CDU eine fachkompetente Referentin eingeladen. In ihrem umfangreichen Referat zum Thema "Der demografische Wandel – eine Herausforderung für jeden Einzelnen und die Gesellschaft" erläuterte Prof. Lehr auf der Basis von wissenschaftlichen Untersuchungen und Studien die erheblichen Auswirkungen des demografischen Wandels. Sie machte deutlich, dass Altern stets das Ergebnis eines lebenslangen Prozesses ist, den jeder positiv beeinflussen könne. "Wir müssen alles tun, um möglichst gesund und kompetent alt zu werden, Prävention von Jugend an ist nötig" ,so Prof. Lehr. Mannigfache Hilfsdienste müssen organisiert werden, damit alte Menschen ihre Selbstständigkeit erhalten Eine wesentliche Herausforderung ist eine andere Konzeption der Lebensläufe und das Bild des älteren Menschen zu ändern.
Unsere Politik muss sehr differenziert planen, forderte Prof. Lehr, heute stehen einem über 75jährigen 12 Menschen unter 75 Jahren gegenüber, 2040 werden es nur noch 6 Menschen sein.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden unter Beteiligung von Fachreferenten vier Schwerpunktthemen ausführlich behandelt. Andre Mülstegen moderierte den Komplex "Wohnen im Alter". Dazu trug Ulf Keller ein Bündel von stadtteilbezogenen Wohnkonzepten vor. Prof. Lehr wies darauf hin, dass Wohnformen im Alter sehr individuell seien und es wichtig sei, Nachbarschaftshilfe auszubauen.
Zum Thema "Miteinander der Generationen" stellte unter dem Vorsitz von Nils Kramer Ursula Bahlo das Konzept Mehrgenerationenhaus vor. Reinhold Hilbers, MdL, berichtete als Sprecher der Enquetekommission der CDU-Landtagsfraktion von seiner Tätigkeit. Für die Zukunft ist wichtig, ein positives Altersbild zu entwickeln, Verständnis der Generationen zu fördern und mehr bürgerschaftliches Engagement zu erreichen.
Reinhold Volken leitete den Bereich "Mobilität im Alter". In dieser Runde erläuterte
Bernhard Brünink von den Nordhorner Versorgungsbetrieben das Konzept des Stadtbusverkehrs, unter besonderer Berücksichtigung der Belange der Senioren, und Ursula Goldberg stellte den von über 20 Senioren in Nordhorn betriebenen Bürgerbus vor. Heinrich Niemeyer vom Leichtathletik Club Nordhorn erläuterte die Bedeutung der mobilen Sicherung durch sportliche Betätigung. Unter der Leitung von Michael Rilke wurde das Thema "Gesundheitsversorgung in Nordhorn" besprochen. In ihren Ausführungen wies Claudia Schaller von der Caritas-Sozialstation u.a. auf die Notwendigkeit der 24-Stundenbetreuung hin. Karl-Heinz Andter, DAK Nordhorn, machte deutlich, dass für die Krankenkassen Prävention außerordentlich wichtig sei und Sportkurse gefördert würden.
In künftigen Veranstaltungen wird das Thema "Nordhorn im Wandel" weiter diskutiert werden.
"Wir müssen uns heute Gedanken über die Zukunft machen und vorausschauend gestalten", so Erika Meier-Schinke, "es werden an uns Herausforderungen gestellt, denen wir in aktiver Auseinandersetzung gemeinsam mutig begegnen sollten".